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Behandlungmöglichkeiten

 

Allgemeines zur Behandlung von IBS

 

Das Reizdarmsyndrom hat oft einen langjährigen Verlauf, wobei die Intensität der Beschwerden individuell verschieden ist. Ausserdem unterliegen die Symptome oft auch im zeitlichen Verlauf starken Schwankungen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und suchen zudem häufiger medizinische Behandlung. 

Viele Reizdarm-Patienten haben bereits einen langen Leidensweg mit vielen Arztbesuchen hinter sich. Es ist wichtig, dass Sie sich als Arzt Zeit für die IBS-Patienten nehmen und nicht das Gefühl vermitteln, die Beschwerden des Patienten seien „unwichtig“ oder gar „eingebildet“.

Ausserdem ist es wichtig, dass Sie den IBS-Patienten die Angst vor der Erkrankung nehmen. Den Beschwerden des Reizdarmsyndrom liegt eine funktionelle Störung des Magen-Darm-Trakts zugrunde. Erklären Sie Ihren Patienten daher, dass IBS weder das Risiko an einem Tumor des Magen-Darm-Trakts zu erkranken erhöht, noch die Entwicklung von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa fördert. Ausserdem ist bei IBS-Patienten die Lebenserwartung gegenüber der Allgemeinbevölkerung nicht eingeschränkt. Die Symptome des Reizdarmsyndroms können aber so ausgeprägt sein, dass die Betroffenen in ihrer Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt sind.

 

Erste Behandlungsschritte bei IBS

 

Ist die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ einmal gestellt, sind unteranderem folgende Behandlungsmethoden geeignet:

  • Anpassung der Ernährung (z.B. FODMAP-arme-Diät)
  • Bewegung und Sport treiben
  • Entspannung und Stressabbau
  • Psychotherapie
  • Akupunktur
  • Hypnosetherapie
  • Medikamentöse Behandlung

 

Beim Reizdarmsyndrom geht es generell um Symptomkontrolle. Die Erhöhung der Lebensqualität, sowie der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit, des Patienten steht somit im Vordergrund.

Allgemeinmassnahmen sind daher manchmal sogar ausreichend für die Behandlung; auf jeden Fall wirken sie jedoch unterstützend. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht immer von Nöten. Eine gute Patienten-Arzt-Beziehung ist ebenfalls oft von Vorteil, wobei das Gefühl „ernstgenommen zu werden“ eine wichtige Rolle spielt. Zudem ist das Verständnis für die eigene Erkrankung wichtig.

 

Behandlungsmöglichkeiten bei IBS

 

Die Behandlung des Reizdarmsyndroms richtet sich nach den vorherrschenden Symptomen. Das Ziel der Behandlung muss sein, Schmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung zu beseitigen oder zumindest zu lindern.

Der weitaus grösste Teil der Patienten leidet an leichten bis mittelschweren Symptomen, welche häufig durch Allgemeinmassnahmen (z.B. vermehrte Bewegung, Umstellung der Ernährung, Stressreduktion, ...) deutlich verbessert werden können. Im Gegensatz hierzu steht eine geringe Gruppe an Patienten (etwa 3-5% der Patientinnen und Patienten) mit schweren Symptomen. Diese Patienten stehen meist in ständiger, ärztlicher Behandlung und leiden oft an therapieresistenten Schmerzen, assoziiert mit psychosozialen Problemen.

Es ist daher wichtig für jeden Patienten am Anfang der Behandlung einen individuellen Therapieplan zu erstellen. Dies sollte in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung und den vorwiegenden Symptomen geschehen. Wichtig ist hierbei auch, den Patienten bestmöglich über die Erkrankung aufzuklären; auch im Hinblick darauf ihm/ihr Ängste vor einer schweren Erkrankung (z.B. vor einer Darmkrebs-Erkrankung) zu nehmen.  

 

Kann IBS geheilt werden?

 

Eine Behandlung, welche IBS heilen kann, gibt es leider nicht.

Oft verschwindet das Reizdarmsyndrom aber, ohne dass wirklich klar ist weshalb. Die Beschwerden beginnen oft in jungen Jahren (ab dem 16. – 25. Lebensjahr; können aber prinzipiell in jedem Alter auftreten) und können über einen sehr langen Zeitraum (Jahre) bestehen. Die Symptome können während dieser Zeit an Intensität zu- oder abnehmen. Längere beschwerdefreie Phasen sind hierbei nicht ungewöhnlich. Die Hälfte der Patienten wird über einen Zeitraum von 5 Jahren spontan oder nach entsprechender Behandlung wieder beschwerdefrei.